Die Bedeutung von Allerheiligen

Einen Tag nach Allerheiligen begeht man in der katholischen Kirche den Allerseelentag, zum Gedenken aller Toten und deren Seelen. Dazu werden meist auch schon am Vortag, an Allerheiligen, Friedhöfe besucht und Grabstätten gesegnet. Seit Jahrhunderten werden die Gräber als Zeichen der Hoffnung auf ein Weiterleben nach dem irdischen Leben mit grünen Zweigen und Blumen geschmückt. Um die Qualen der Seelen im Fegfeuer zu lindern werden die Grabstätten mit Weihwasser besprengt und gesegnet. Desweiteren werden vielerorts Kerzen, so genannte „ewige Lichter“ oder „Seelenlichter“ angezündet. Entweder um den Seelen den Weg zu ihren Ruhestätten zu weisen, sie zu wärmen, oder böse Geister zu vertreiben. Erst seit Papst Gregor III. in der Basilika St. Peter in Rom eine Kapelle „ allen Heiligen“ weihte, wurde der seit dem 4. Jahrhundert bestehende Gedenktag auf den 1. November als Feiertag „Allerheiligen“ festgelegt. Ab dem 8. Jahrhundert kam er in Frankreich dazu und wurde 835 von Papst Gregor IV. dann für die gesamte, westliche Kirche festgelegt. Als gesetzlicher und stiller Feiertag gilt der 1. November in allen katholisch geprägten Bundesländern. Somit darf an diesem Tag in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland keine Tanzveranstaltung abgehalten werden. Auch in Ländern wie Italien, Spanien, Portugal, Polen, Ungarn etc. ist es ein gesetzlicher Feiertag, der hingegen in den Niederlanden 1960 abgeschafft wurde. Doch nicht nur auf dem Friedhof, auch zu Hause, wird den Toten gedacht indem z.B. Brot, Milch und andere Lebensmittel auf dem Tisch stehen bleiben, als Speisung für die Seelen. Meist beschränkt sich das in der heutigen Zeit auf ein besonderes Angebot der Bäcker mit süßen Brezen und anderen traditionellen, nur in dieser Zeit angebotenen Backwerken. So gibt es eine Vielzahl alter Bräuche und Rituale um an diesen Tagen nicht nur der Toten, sondern vielmehr der Vergänglichkeit unseres irdischen Daseins zu gedenken.