Das Begräbnis von Wolfgang Amadeus Mozart

Wolfgang Amadeus Mozart wurde als Johannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart am 27. Januar 1756 um 20:00 Uhr als siebtes und zweites überlebendes Kind der Familie in Salzburg in einer Dreizimmerwohnung geboren. Vater Leopold, ein anerkannter Geigenlehrer, erkannte bald das große musikalische Talent und förderte es. Bereits im Alter von fünf Jahren komponierte der kleine Mozart und zog mit seinem Vater Leopold von Stadt zu Stadt, von Hof zu Hof. Selbst der gerade 14 Jahre alte Goethe hörte den siebenjährigen Mozart in Frankfurt musizieren. Die Reisen mit dem Vater waren mühsam und kräfteraubend. Die folgenden Jahre waren gekennzeichnet von der unheimlichen schöpferischen Kraft Mozarts und ständigen Reisen u.a. nach Paris, Wien, Frankfurt, Salzburg und London. So stellte Mozart in dieser Zeit etliche Opern, Messen, Streich- und Klavierquintette, Symphonien und Auftragsarbeiten fertig. Sein Bekanntheitsgrad stieg zwar stetig an, seine Werke jedoch waren für die damalige Zeit zu provokativ, zu revolutionär und verlangten dem Publikum zu viel ab. So kam es, dass mehrere Opern bereits nach kurzer Spielzeit vom Spielplan abgesetzt wurden. 1790 begann schließlich die stürmische letzte Phase im Leben des 34-jährigen Komponisten. 1791 gelang die Uraufführung der „Zauberflöte“, welche Mozart vom Konzertflügel aus leitete. Den überraschenden Erfolg dieser Oper nahm er jedoch kaum wahr, denn er arbeitete bereits an seinem „Requiem“ KV 626. Diese letzte Komposition blieb unvollendet; der Mozart-Schüler Süßmayer vollendete das Werk Mozarts nach dessen Tod. Wenige Wochen nach der Uraufführung der Zauberflöte am 30. September 1791 wurde Mozart bettlägerig und starb am 5. Dezember um 01:00 Uhr früh. Im Totenbeschau-Buch steht: "Am 5. Dezember 1791 starb im kleinen Kaiserhaus an der Rauhensteingasse in Wien der Wohledle Herr Wolfgang Amadeus Mozart, K.K. Kapellmeister und Kammer Kompositeur, gebürtig von Salzburg, im Alter von 35 Jahren an einem hitzigen Frieselfieber." Geklärt wurde die Todesursache jedoch nie. Er selbst war davon überzeugt, vergiftet worden zu sein, und äußerte sich gegenüber Constanze dazu wenige Wochen vor seinem Tod während eines Besuchs im Prater: „Gewiss, man hat mir Gift gegeben.“ Für einen Giftmord gibt es allerdings keinerlei dokumentierte Anhaltspunkte. Die ersten Legenden zirkulierten schon kurz nach Mozarts Tod. Die wohl berühmteste davon schreibt seinem angeblich missgünstigen Kollegen Antonio Salieri die Täterschaft zu, der sich überdies kurz vor seinem eigenen Tod als Mörder Mozarts bezeichnet haben soll. Am 6. Dezember 1791 fand das Begräbnis am St. Marxer Friedhof in Wien statt. Er erhielt ein josephinesches, seinem Stand übliches, Begräbnis III. Klasse in einem Schachtgrab. Seine Ehefrau Constanze war jedoch nicht anwesend. Sie besuchte sein Grab erstmals 17 Jahre nach seinem Tod. Das wirkliche Grab konnte nie genau lokalisiert werden, so dass das heutige Ehrengrab mit Grabstein ein Scheingrab zu Ehren des Komponisten ist. Mozarts Begräbnis soll sich in erbärmlichem Rahmen abgespielt haben; ein schäbiges Häuflein habe ihn - nach den kursierenden Legenden - auf dem Weg zur letzten Ruhe geleitet und sei, verzagt ob eines stürmischen Wetters, umgekehrt. Verantwortlich für den uns unwürdig erscheinenden Rahmen des Begräbnisses von Wolfgang Amadeus Mozart aber ist nicht das Wetter; es sind die königlich-kaiserlichen Sanitätsgesetze von 1790, denen zufolge Josef II. jeglichen Toten- und Begräbniskult verboten hatte. Der Leichnam Mozarts wurde in dem zuständigen Gotteshaus St. Stephan eingesegnet, dann wurde dem Toten eine Karenzzeit von 48 Stunden auferlegt. Nach Ablauf der 48 Stunden wurde Mozart begraben. Die Fahrt zum Friedhof St. Marx hatte gemäß jenem Sanitätsgesetz, abends, nach Einbruch der Dunkelheit, zu erfolgen. Die letzten Arbeiten hatten die Totengräber allein zu verrichten. Wahren Ruhm und Anerkennung erhielt der Musiker erst nach seinem Tode, seine heute weltberühmten Werke überdauerten die Vergänglichkeit seiner Zeitgenossen.
  • Grabgedenkstätte am Friedhof St. Marx in Wien